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Ein Tag in Belgrad | July 28, 2017

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Košutnjak

Košutnjak
  

In der Nähe vom Park Topčider, dem ältesten Park in Serbien, und dem Milošev Konak, der ehemaligen Residenz der Fam. Obrenović liegt der Wald-Park Košutnjak.

Soweit bekannt ist, wurde der Park zuerst in Schriften um 1831 genannt, wo es sich um einen sehr dichten Wald, vorwiegend aus Eiche handelte. Unmittelbar nach dem Bau der Residenz des Fürsten, Fürst Miloš Obrenović wurden ein Zaun gebaut, um den Wald zu schützen und um wilde Tiere zu beherbergen.

Dann wurden noch spezielle Schutzvorrichtungen angebracht. In der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts, wird Košutnjak zum reichen Jagdgebiet, das aber nur innerhalb des Hofskomplexes gut verwaltet wurde. Es ist bekannt, dass zur Zeit des Fürsten Miloš auch einige ausländischen Konsule (zum Beispiel der englische Konsul in Belgrad) zur Jagd kamen. Laut einem Memo von 1849 wurden in Košutnjaku damals 13 Hirsche und 35 Hirschkühe verzeichnet, nach denen das ganze Gebiet seinen Namen erhielt. Es gab Orte für die Nahrung der Tiere, Dachrinnen, Wasserversorgung für den Trank.

Doch ab 1903 wurde Košutnjak für die Öffentlichkeit geöffnet. Der Zaun wurde vor dem Ersten Weltkrieg entfernt, aber leider sind damals auch die Hirschkühe, das Symbol des Waldes verschwunden. Im Jahr 1911 hat das serbische Ministerium ein Projekt zum Bau der Verkehrswege entworfen, und später auch durchgeführt.

Diese etablierten die Verbindung zwischen dem Bahnhof in Topčider und den großen Terrassen auf der Oberseite von Košutnjak, wo zu dieser Zeit der Verein “Soko” die Übungen abhielt. Auf dem Plateau gab es damals einen Golfplatz, der nicht mehr existierte, aber es blieb das Restaurant “Golf”.

Interessanterweise sollte Košutnjak vor dem Zweiten Weltkrieg ein Zentrum für das Skispringen werden. Im Jahr 1936 wurde die Schanze von 40 Meter nach dem Projekt des Ingenieurs Stanko Bloudek gebaut. Aufgrund nicht geeigneten Wetterbedingungen und Mangel an Interesse, ist sie nie benutzt worden, und wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Doch im Jahr 1953 wurde die Schanze wiederaufgebaut, und auf der fand am 26. Februar 1956 der erste und letzte Belgrader Wettbewerb im Skispringen mit mehr als zweitausend Zuschauern statt.

Košutnjak

Die Haltung der Behörden von Belgrad, sowie der Bürgerinnen und Bürger, Košutnjak gegenüber war wechselhaft. Einerseits wurde dieser Ort fast verehrt und gepflegt, insbesondere in Zeiten der Fam. Obrenović, und anderseits gab es lange Zeitphasen, in denen der Park vollständig vergessen worden war.

Doch im Jahr 1929 begann Belgrad erhebliche Mittel bereitzustellen, um Košutnjak zu erhalten. Bis vor kurzem gab es am Eingang zum Košutnjak Richtung Topčder gelbe Hinweis-Tafel, ein Zeichen für ein geschütztes Naturreservoir – “Stricktes Naturreservoir mit Wälder von Eichen und Hainbuchen unter dem Schutz des Gesetzes”, des Instituts für die Erhaltung der Natur. Die Großstädte in der ganzen Welt schützen eifersüchtig ihre Waldparks als größte Schätze, und für Belgrad ist Košutnjak einer der wichtigsten Schätze.

Bemerkenswerte historische Stätten

In diesem Gebiet befindet sich eine Reihe von historisch bedeutsamen Orten der reichen nahen und fernen Vergangenheit. Sicherlich am interessantesten, und fast ganz vergessen sind zwei Denkmäler im Ersten Weltkrieg im Jahr 1915 gefallener Soldaten. Eines, höher, aus weißem Marmor das den österreichisch-ungarischen Soldaten gewidmet ist, und das andere auf dem steht “Hier ruhen serbische Helden”.

Was sie besonders macht ist, dass beide von dem österreichisch-ungarischem Marschall von Mackensen gebaut wurden, eines neben dem anderen. 50 Meter von dem österreichisch-ungarischen Denkmal liegt das Serbische, das zur Erinnerung an den großen Mut und die Opferbereitschaft der 36 Soldaten des 7. Regiment II der serbischen Armee errichtet wurde, die zwei lange Nächte, Košutnjak und Belgrad, vor dem Angriff viel stärkerer Gegner im Herbst 1915 verteidigten.

Košutnjak

In der Nähe ist auch das Friedhof Topčider, im neunzehnten Jahrhundert eingerichtet. Er erhielt den Namen Topčider, aber tatsächlich liegt er an den Hängen des Košutnjak. Da ist die Kapelle des Hl. Tryphon, erbaut im Jahr 1903. Südöstlich von der Kapelle ist ein großer Obelisk über dem Grab des Herzogs Stevan Knićanina (1808-1855). In der Nähe des Obelisken ist auch das Grab der berühmten Schriftstellerin Isidora Sekulić.

Im gleichen Friedhof ruht auch ein großer Freund des serbischen Volkes Dr. Archibald Reiss, dessen Herz auf seinen Antrag auf der Kaimakchalan Spitze begraben wurde. In Topčider gibt es ein Denkmal das Reiss gewidmet ist, das 1931, zwei Jahre nach Reiss Tod, errichtet wurde, als Zeichen der Dankbarkeit gegenüber dem Schweizer Kriminologen, Schriftsteller und Ehrenkapitän der serbischen Armee. Das Werk des Marko Brežanin befindet sich in der Nähe von Reisses Haus (Boulevard Vojvode Mišića 73).

Die wohl wichtigste historische Stätte in Košutnjak, ist ein Ort des Mordes an dem Fürsten Mihailo Obrenović, am 10. Juni (nach dem julianischen Kalender, der 29. Mai) 1868. Prinz Mihajlo, der Sohn von Fürst Miloš, kam zum ersten Mal nach dem Tod seines Bruders Milan an die Macht. Er war Fürst von Serbien von 1839 bis 1842. Im August 1842 hat Toma Vučić einen Aufstand angeführt und zwang ihn, nach Österreich zu fliehen.

An die Macht kam Alexander Karađorđević. Allerdings, als Miloš Obrenović 1858 nach Serbien zurück kam, kam Mihajlo mit ihm und wurde zuerst Kommandeur der Armee, und nach dem Tode des Fürsten Miloš im Jahre 1860, kam er wieder auf den Thron. Acht Jahre später wurde er dann bei dem Attentat getötet.

Nach den historischen Daten aus der Studie des Attentats, war der Fürst Miloš Obrenović am verhängnisvollen 10. Juni 1868 mit Anka Konstantinović – Obrenović, Katarina (Tochter von Anka) Tomania (Ankas Mutter), und Adjutant Garasanin in Košutnjak spazieren. Mit seinem Diener besuchte er die Wasserquelle Hajdučka česma, und schlugen dann einen schmalen Weg auf der Südseite durch den dichten Wald ein. Etwa 900 m vom Hajdučka Brunnen warteten die Attentäter auf ihn.

Bei der Einfahrt in den Košutnjak von Topčider kommend, nach der Unterführung auf der rechten Seite, gibt es eine Gedenkstätte, an dem Ort des blutigen Konflikts der Belgrader Studenten und der Polizei am 8. September 1940. Das Denkmal ist beschädigt.

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